Was wird unsere Welt verändern? Ein besonderes Trend-Monitoring, Teil 1

von Oliver W. Schwarzmann


(09-2011) Trends sind etwas Faszinierendes. Sie sind nicht nur Veränderungsprozesse, Strömungen, Tendenzen oder mögliche Wegweiser in die Zukunft, nein, sie sind zuallererst ein Spiegel unserer gesellschaftlichen Gemütslage. In Trends reflektieren sich Neigungen, Interessen, auch Sehnsüchte sind dabei, oft offenbaren sie gar geheime Wünsche.
Neues Verhalten entsteht nicht aus dem Nichts, sondern wir haben es bei dem Aufkommen neuer Trends zumeist mit verborgenen Träumen zu tun, die, sobald ihre Zeit gekommen ist, plötzlich präsent sind und sich epidemisch ausbreiten. Vor allem bei Mode und Technologie kommen in Trends die Bedürfnisse nach neuen Identitäten und der Gestaltung einer einfachen, überschaubaren und bequemen Alles-ist-möglich-Welt zum Vorschein.    
Nun, mittlerweile leben wir auf einem derart dynamischen Globus, dass sich diese Bedürfnisse sogar noch gesteigert haben, zugleich werden wir mit einer Menge an Neuheiten und Veränderungen überschüttet. Wirklich große gesellschaftliche Trends gibt es nicht mehr, demgegenüber herrschen unzählige Retro- und Kombinationsströmungen. Viele pflegen ihren eigenen Style, mischen, was gerade gefällt, der Zeitgeist ist weder bindend noch eindeutig. Oder besser gesagt: Offenheit und Vieldeutigkeit sind zum Zeitgeist geworden.
Im technischen Bereich stehen wir gerade in der Phase der mobilen Multimedialisierung; immer überall erreichbar zu sein, verleiht uns ein Gefühl der Nähe im globalen Kosmos. Wir fühlen uns angeschlossen, ja, es ist ein Gefühl des Dabeiseins, was das internationale Netz der Sozialen Medien weiter wachsen lässt. Anonym und intim zugleich zu sein, ist ein bestimmender Identitätsfaktor in der virtuellen Welt.
Doch trotz Trendflimmern und unbestimmtem Zeitgeist warten noch eine Menge neuer Trends und Entwicklungen auf uns.
Eine augenzwinkernde Bestandsaufnahme.  

Asset-Wellness:
Kapitalanlagestrategie, die nicht Renditezielen, sondern der Luststeigerung folgt – je mehr Lebensqualität aus der Investition zu gewinnen ist, desto erfolgreicher das Investment.
Vorteil: Die Kosten einer notwendig werdenden Dekadenzstabilisierung bei einer Völlereikrise können nicht auf den Steuerzahler umgelegt werden.

Body-Computing:
Verschmelzung von Computer und menschlichem Körper; der bionische Mensch ist im Kommen.
Nachteil: Die Energie, die der Rechner dem menschlichen Körper abverlangt, führt zu regelmäßigen Abstürzen des biologischen Wirts.    

Smart-Environment:
Integration intelligenter Assistenzsysteme in Alltagsgegenstände und Kleidung; die Zukunft gehört der intelligenten Umwelt.
Vorteil: Der Kühlschrank piepst, wenn das Bier auszugehen droht.
(Möglicher) Nachteil: In Diätphasen verriegelt sich der Kühlschrank automatisch bei Erreichen der erlaubten Kalorienmenge.   

Medical-Dress:
Kleidung mit integrierten medizinischen Messgeräten, die den Träger ständig überwachen, Vitalfunktionen und Blutwerte an eine Überwachsungsstation senden.
Nachteil: Nur für Privatpatienten mit Platinkreditkarte finanzierbar.
Weiterer Nachteil: Der Umfang des dabei aufkommenden Elektrosmogs versetzt die Kleidung in einen permanenten Alarmzustand.

Hyper-Media:
Verschmelzung aller Medien zu einem Hyper-Medium; das multifunktionale Super-Handy naht (siehe auch morphologisches Design).
Nachteil: Das Bedienungshandbuch passt in kein Bücherregal.  

Morphologisches Design:
Fähigkeit von Materialen, sich selbst in andere Nutzungsformen zu transformieren; Beispiel: Wenn benötigt, wird aus dem Handy ein Teig-Quirl.
Vorteil: Ein Gerät, viele Funktionen und Designs.
Nachteil: Bei Fehlfunktionen rühren Sie Ihren Teig plötzlich mit dem Rasierapparat.   

Adventure & Story-Reisen:
Urlaub in einer Abenteuergeschichte, auch möglich in einer selbst gewählten Fabelwelt, beides mit freier Identitätswahl.
Vorteil: Noch nie Lust gehabt, als James Bond in, sagen wir Mallorca, einen Martini zu sich zu nehmen?
Nachteil: Zu viele James Bonds am Ballermann bei Pauschalangeboten.
Weiterer Nachteil: Verwechslungen möglich.

 

 

 

Zukunft = ?

Quelle: 585 Führungskräfte aus Industrie, Dienstleistung, Handel, Befragung, Interview, Auswahlverfahren, FBG-Research 2011, Nennungen siehe Angabe

 

 

 

Mit welchen wirtschaftlichen Entwicklungen rechnen Sie in 2011/2012?

Quelle: 585 Führungskräfte aus Industrie, Dienstleistung, Handel, Befragung, Interview, Auswahlverfahren, FBG-Research 2011, Nennungen siehe Angabe

 

 

Welcher Zeitraum ist noch überschaubar?

Quelle: 585 Führungskräfte aus Industrie, Dienstleistung, Handel, Befragung, Interview, Auswahlverfahren, FBG-Research 2011, Nennungen siehe Angabe

 

 

Wie lange hält der Wirtschaftsaufschwung an?

Quelle: 585 Führungskräfte aus Industrie, Dienstleistung, Handel, Befragung, Interview, Auswahlverfahren, FBG-Research 2011, Nennungen siehe Angabe

Das Referentennetzwerk

Die EKS-Akademie wurde 1986 von Hans Oberhollenzer, Hans Bürkle und Wolfgang Mewes gegründet. Die EKS-Akademie war das Forum derjenigen, die EKS in Seminarform kennen lernen und unter Anleitung erfahrener Berater die EKS gleich am eigenen Fall anwenden wollten. (weiterlesen)

Der Bundesverband StrategieForum e.V. ist das einzige in Deutschland existierende Netzwerk, das sich systematisch und praxisorientiert um die Verbesserung des strategischen Know-hows in Unternehmen kümmert. Im StrategieForum Thüringen lernen Sie Menschen kennen, die sich durch die Verbesserung ihrer Strategie erfolgreicher positionieren wollen und sich dabei gegenseitig unterstützen. Unternehmer, Führungskräfte, Wissenschaftler und Praxisexperten vermitteln gezielt strategisches, anwendungsbereites Wissen in Seminaren und Workshops.