Nachdrücklich nachhaltig - was von Dauer ist und Bestand hat.

Eine Hommage an die Zukunft. Und an die Immobilie.  

von Oliver W. Schwarzmann,

Publizist für ökonomische Zukunftsentwicklungen

 

Was ist schon von Dauer? - mag man sich im Blick auf die Rasanz unserer Welt fragen. Mögliche Antworten darauf finden sich viele, naturwissenschaftliche oder philosophische. Auch die Wirtschaft bemüht sich, darauf zu antworten; insbesondere der Finanzmarkt, immer noch krisengeschüttelt und nach wie vor mit Misstrauen belegt, sucht nach zukunftsweisenden Argumenten, verspricht der Eindruck der Dauer doch etwas, was unserer Zeit fehlt: Sicherheit.

Nun, Nachhaltigkeit ist dabei das Zauberwort, ein globales Schlagwort, natürlich. Ich übersetze es mit Substanz. Mit Zukunftssubstanz. Und der Begriff der Zukunftssubstanz basiert auf zwei wesentlichen Attributen: Dauer und Bestand. Dauer und Bestand?
Gehören diese beiden Begriffe nicht längst zum alten Eisen?
Nein, gerade im Blick auf die Rasanz unserer Welt gewinnen sie wieder an Gewicht.

Was also ist von Dauer? Nun, eben im Hinblick auf die Rasanz unserer Welt ist Dauer keine Zeitvorstellung mehr, geht es im Angesicht schneller Veränderungen nun nicht mehr um das Fortschreiben des Bestehenden oder um Augenblicke, die wir festhalten wollen. Und die ihren Reiz verlören, wenn wir es denn könnten. Nein, Dauer ist heute etwas Anderes; etwas, das vielmehr mit Bedeutung und Sinn zu tun hat. Oder lassen Sie es mich so ausdrücken: Dinge sind dann von Dauer, wenn sie die Welt auf besondere Weise verbessern – dazu gehören nicht nur Attribute, wie Freiheit, Humanität, Verständnis und Gemeinschaft, sondern auch das, was unser praktisches Leben bereichert: Versorgung, Infrastruktur, Bildung, Kultur und nicht zuletzt Immobilien. Alle diese Bereiche sind ihrer Dauerhaftigkeit wegen mit großen Aufgaben verbunden: Es gilt, jedem Lebewesen seine eigene Form an Freiheit zuzugestehen, ohne dass sie zur Unfreiheit anderer wird; es gilt, Humanität zu einer wesentlichen Kraft der Globalisierung zu machen und Verständnis für Unterschiede zu entwickeln, um die internationale Gemeinschaft voranzubringen. Zu alldem stehen wir in der Aufgabe, den Zustand unserer natürlichen Ressourcen zu verbessern, um die Zukunft unserer lokalen wie globalen Versorgung zu sichern. Inklusive eines umweltverträglichen Ausbaus einer weltweit leistungsfähigen Infrastruktur, die neue Formen der Mobilität fördert, welche uns auch in Zukunft einen intensiven Personen- und Warentransfers ermöglichen. In der Bildung heißt es, sie für jeden zugänglich zu machen und ihre Inhalte so zu verändern, dass wir lernen, Einsicht vor Anspruch zu stellen, um fähig zu werden, Fortschritt mit Weitblick zu verbinden, was eine ausgewogene Weiterentwicklung garantiert. Und wir gestalten nicht zuletzt unsere Regionen, Städte und Immobilien neu, denn sie repräsentieren den Mittelpunkt unseres modernen Lebens, das in seiner Vielschichtigkeit, in seinen differenzierten Facetten und in seiner Entwicklungsgeschwindigkeit ebenso vielseitige wie dynamische Strukturen benötigt. Alles, was folglich von Dauer sein soll, braucht außergewöhnliches Engagement.
Und Bestand.

Bestand?
Was hat Bestand? - mag man sich im Blick auf die Rasanz unserer Welt fragen. Mögliche Antworten darauf finden sich viele, naturwissenschaftliche oder philosophische. Ist es das Bestehende? Konstante? Unveränderliche?

Auch die Wirtschaft versucht sich darin, darauf zu antworten; auch hier ist es der Finanzmarkt, der sich bemüht, zukunftsweisende Argumente zu geben, verspricht der Eindruck des Bestands doch etwas, was unserer Zeit ebenfalls fehlt: Werte.
Doch - sind Werte nicht ein Relikt aus der Vergangenheit?
Nein, hier gilt, was für die Begriffe Dauer und Bestand gilt: Gerade im Blick auf die Rasanz unserer Welt steigt ihre Geltung.

Was hat also Bestand? Nun, eben im Hinblick auf die Rasanz unserer Welt ist Bestand keine Vorstellung von Unbeweglichem mehr; in einer Zeit des ständigen Wandels geht es vielmehr um Glaubwürdigkeit und Vertrauen. Oder lassen Sie es mich so ausdrücken: Dinge sind von Bestand, wenn wir an ihre Zukunft glauben. Das ist die Basis für Orientierung und Veränderungsbereitschaft, schafft Perspektiven und Werte, nicht zuletzt vermittelt diese Einstellung das, was eine besondere Form von Sicherheit darstellt – Zuversicht.
Damit führt uns die Frage nach Dauer und Bestand zu uns selbst zurück – Engagement und Zuversicht sind gefordert, wollen wir Dinge mit Zukunft schaffen. Die Frage nach Dauer und Bestand ist also eine Frage nach Zukunftsfähigkeit.
Und die stellt sich für alle angesprochenen Bereiche: Für Freiheit, Humanität, Verständnis und Gemeinschaft, ebenso für unsere Versorgung, Infrastruktur, Bildung, Kultur und nicht zuletzt für – Immobilien.


Gerade Immobilien sind ein Synonym für Dauer und Bestand, an ihnen zeigt sich unsere Zukunftsfähigkeit: Während in den Innenstädten multifunktionelle Hybrid-Räume entstehen, in denen die unterschiedlichsten Geschäfts- und Erlebniswelten miteinander verschmelzen, entwickeln sich Büroimmobilien zu offenen Kommunikationssphären mit mobiler Infrastruktur. In diesen neu geschaffenen Lebensdimensionen geht es um Begegnung, Austausch, um Gemeinschaft und urbane Sozialisation. Wohnimmobilien werden in ihrer Entwicklung nicht mehr von den einst quantitativen Wachstumsfaktoren, wie Bevölkerungszunahme, kontinuierliche Expansion von Wohlstand und staatlicher Förderung, getrieben, sondern sie sind vielmehr ein Ort für neue Lebens-, Beziehungs-, Arbeits- und Freizeitformen. Aus dem reinen Existenzhaushalt ist ein Life-Style-Forum geworden, das durch die zunehmende Multimedialisierung zur Walt- und Schaltzentrale der Zukunft reift. Moderne Häuser werden überdies zu eigenen, unabhängigen Produzenten für Energie und Klima. Nicht nur das: Unsere moderne Wirtschaftswelt, deren Gewinne sich in den letzten Jahren hauptsächlich auf Rationalisierung und Spekulation gründeten, braucht eine Entwicklung hin zu einem substanziellen Wertedenken, das der Verbesserung unserer Welt dient und den Glauben an unsere Zukunft stärkt. Gedruckte Versprechungen mögen zwar wie Wundertüten aussehen, doch Füllhörner sind sie nicht – jedes Versprechen muss irgendwann real eingelöst werden. Freilich, auch Immobilien sind nicht frei von Spekulation, weshalb eine Sachwertinvestition weder aus Renditesicht, Inflationsangst noch aus Gründen des eigenen Steuerspartriebs getätigt werden sollte. Sondern aus dem Blick für Zukunftsfähigkeit. Nur das garantiert Dauer und Bestand.